Welche Schritte hat eine Badsanierung?
- 1. Bestand prüfen
Was funktioniert nicht mehr, was stört? Wie alt sind Leitungen und Fliesen? Gibt es Feuchteflecken oder muffigen Geruch?
- 2. Wünsche und Budget festlegen
Dusche oder Wanne, barrierearm oder nicht, welche Ausstattung. Legen Sie eine Obergrenze fest und planen Sie eine Reserve ein.
- 3. Vor-Ort-Termin und Angebote
Betriebe sehen sich das Bad an, messen auf und erstellen Angebote mit Einzelpositionen.
- 4. Förderung beantragen
Pflegekasse, SAB, ILB oder KfW-Kredit, jeweils vor der Auftragsvergabe.
- 5. Auftrag und Termin
Vertrag mit Leistungsbeschreibung, Preis, Zahlungsplan und Zeitplan.
- 6. Rückbau und Rohinstallation
Alte Fliesen und Objekte raus, neue Leitungen, Vorwandelemente, Elektro-Rohinstallation.
- 7. Estrich, Abdichtung, Fliesen
Gegebenenfalls neuer Estrich, Abdichtung nach DIN 18534, Fliesen oder fugenlose Flächen.
- 8. Endmontage und Abnahme
Objekte, Armaturen, Licht, Möbel. Danach gemeinsame Abnahme mit Protokoll.
Wie lange dauert eine Badsanierung?
Kostenratgeber nennen für eine komplette Badsanierung zwei bis vier Wochen Bauzeit. Der Umbau der Wanne zur Dusche ist oft in wenigen Arbeitstagen erledigt.
Die Bauzeit hängt weniger an der Größe des Bades als an Trocknungszeiten und Abstimmung der Gewerke. Ein neuer Estrich muss trocknen, bevor abgedichtet und gefliest werden kann. Wenn Installateur, Fliesenleger und Elektriker aus verschiedenen Betrieben kommen, entstehen leicht Lücken im Zeitplan. Betriebe, die alle Gewerke koordinieren, können das verkürzen.
Rechnen Sie für die Vorbereitung zusätzlich mehrere Wochen ein: für Termine vor Ort, Angebote und Förderanträge. In Sachsen meldete die SAB im September 2026 für die Wohnraumanpassung eine Bearbeitung von Anträgen mit Eingang bis Ende Juli.
Was sollte im Angebot stehen?
- Rückbau und Entsorgung als eigene Position.
- Art und Umfang der Leitungserneuerung, bis zu welchem Punkt am Strang.
- Abdichtungssystem und Flächen, die abgedichtet werden.
- Fliesenfläche in m², Format und Verlegeart, Materialpreis oder Budget je m².
- Sanitärobjekte mit Hersteller und Modell oder mit Budget.
- Elektro: Anzahl Steckdosen, Leuchten, Lüfter.
- Zeitplan, Zahlungsplan und was bei unvorhergesehenen Schäden gilt.
Mit diesen Angaben lassen sich Angebote vergleichen. Mehr Hinweise zu Preisen finden Sie unter Kosten.
Was passiert beim Rückbau und bei der Rohinstallation?
Beim Rückbau zeigt sich, wie es hinter den Fliesen aussieht. Feuchte Stellen, lose Putzflächen oder korrodierte Leitungen sind in älteren Bädern keine Seltenheit. Ein guter Betrieb informiert Sie sofort, dokumentiert den Befund mit Fotos und bespricht Mehrkosten, bevor er weiterarbeitet. In Mehrfamilienhäusern ist zu klären, ob Steigleitungen zum Gemeinschaftseigentum gehören. Dann entscheidet die Eigentümergemeinschaft mit.
Bei Bädern aus der DDR-Zeit im Plattenbau waren oft vorgefertigte Sanitärraumzellen mit Rohrbündel verbaut, etwa im Typ WBS 70. Der Umbau solcher Nasszellen erfordert Erfahrung mit dem jeweiligen Wandaufbau.
Warum ist die Abdichtung der kritischste Schritt?
Die Abdichtung liegt unsichtbar unter den Fliesen. Fehler zeigen sich oft erst nach Jahren als Wasserschaden in Wand oder Decke.
DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen. Der Boden einer Dusche gehört zur Klasse W2-I (hohe Wassereinwirkung), Wände an Dusche und Wanne meist zu W1-I. Bitten Sie den Betrieb, die fertige Abdichtung vor dem Fliesen zu fotografieren. So haben Sie einen Nachweis, falls später Fragen auftauchen.
Wie läuft die Abnahme ab?
- Gemeinsamer Rundgang mit dem Betrieb, wenn alles fertig ist.
- Funktion prüfen: Wasser laufen lassen, Ablauf beobachten, Spülung, Licht, Lüfter.
- Fugen, Silikon, Fliesenkanten und Oberflächen ansehen.
- Mängel ins Abnahmeprotokoll schreiben, mit Frist zur Beseitigung.
- Unterlagen mitnehmen: Rechnung, Pflegehinweise, Produktdaten, Fotos der Abdichtung.
Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistung. Bei Arbeiten an einem Bauwerk verjähren Mängelansprüche nach § 634a BGB in fünf Jahren. Ob eine Badsanierung im Einzelfall darunter fällt, hängt vom Umfang ab.
Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
- Auftrag unterschreiben, bevor Förderanträge gestellt sind.
- Nur Endsummen vergleichen statt Einzelpositionen.
- Keine Reserve für Schäden hinter den Fliesen einplanen.
- Lüftung im innenliegenden Bad vergessen.
- Wandverstärkungen für spätere Haltegriffe weglassen, obwohl die Wand ohnehin offen ist.
Wenn Sie bereit für Angebote sind, stellen Sie eine Anfrage. Wir nennen Ihnen bis zu drei geprüfte Badbetriebe aus Ihrer Region. Zur Vorbereitung hilft die Checkliste zur Badplanung.
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Häufige Fragen
Kann ich während der Badsanierung in der Wohnung bleiben?
Meist ja, wenn es ein zweites WC gibt oder der Betrieb ein provisorisches WC aufstellt. Duschen müssen Sie in dieser Zeit oft außer Haus. Sprechen Sie das beim Vor-Ort-Termin an.
Muss ich die Nachbarn informieren?
Das ist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll. Stemmarbeiten sind laut, und in Mehrfamilienhäusern kann kurz das Wasser abgestellt werden müssen. Hausordnung und Ruhezeiten gelten auch für Handwerker.
Wann wird bezahlt?
Üblich sind Abschlagszahlungen nach Baufortschritt und die Schlusszahlung nach der Abnahme. Zahlen Sie per Überweisung, denn nur dann gilt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG.
Was tun, wenn beim Rückbau Schäden auftauchen?
Lassen Sie sich den Befund zeigen und mit Fotos dokumentieren. Vereinbaren Sie Mehrkosten schriftlich, bevor weitergearbeitet wird. Eine eingeplante Reserve hilft, dass das Projekt nicht stockt.